Immenstiche
Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen (Hymenoptera) sind in Mitteleuropa die häufigste Ursache tödlicher Gifttierunfälle – meist durch allergische Reaktionen. Hier finden Sie Informationen zu Symptomen, Erste Hilfe und klinischer Behandlung.
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.
Erste Hilfe (lokal)
- Bei Bienenstichen: Stachel mit Pinzette entfernen, ohne den Giftsack auszupressen (2)
- Desinfektion (nahezu keine Infektionsgefahr) (2)
- Kühle Umschläge; evtl. lokal verdünnte Ammoniaklösung oder Zwiebel-/Knoblauchscheiben
- Bei starkem Juckreiz: Antihistaminikahaltige Salben; evtl. Antihistaminika p.o. bei urtikarieller Reaktion
Allergische Reaktion
Milde Verläufe ohne Schock:
- Glucokortikoide
- Antihistaminika
- Volumengabe
- Bei Bronchospasmus: Euphyllin, Beta-Sympathikomimetika i.v. (1)
Anaphylaxie & Schock
Suprarenin: 1 ml = 1 mg Adrenalin, 1:10 verdünnt, langsam i.v. (= 0,01 ml/kg); bei Bedarf wiederholen. Injektion möglichst unter EKG-Monitor- bzw. Pulskontrolle.
Mundstiche / Glottisödem
- Eisumschlag zum Abschwellen bei atemwegsverlegenden Stichen
- Adrenalinspray (Primatene Mist)
- Kortikoide, Antihistaminika
- Ggf. Intubation oder Tracheotomie
Klinische Überwachung
- Ab 30–50 Stichen: Mindestens 24 h klinisch überwachen (EKG, RR, CK, Nierenwerte, Hämolyse)
- Kinder: Bei Stichen in Lippe, Mundhöhle, äußerem Halsbereich sowie bei mehrfachen Stichen in den Kopfbereich mehrere Stunden überwachen
Antiserum
Fab-Bienen-Antiserum war im Versuch bei Massenstichen (>50 Stiche) wirksam (6).
Synonyme & Bezeichnungen
Bienenstich; Wespenstich; Hornissenstich; Vespa spezies; Apis spezies; Insektenstich; Immenstich; Bee; Wasp; Hornet; Paravespula germanica; Killerbiene; Apis mellifera scutellata
Gruppenzugehörigkeit: Giftige Tiere; Hymenoptera
Literatur & Quellen
1. Mühlendahl: Vergiftungen im Kindesalter. Enke 1995.
1.1 Gupta S. et al.: Management of bee-sting anaphylaxis. Med. J. Aust. 149 (1988) 602–604.
1.2 Müller U. et al.: Emergency treatment of allergic reactions to Hymenoptera stings. Clin. Exp. Allergy 21 (1991) 281–288.
2. Meier J, White J: Handbook of Clinical Toxicology of Animal Venoms and Poisons. Boca Raton: CRC Press 1995.
3. Junghanss Th, Bodio M: Notfall-Handbuch Gifttiere. Stuttgart: Thieme 1996.
4. Micromedex Poisindex, Aug. 1999.
5. GIZ-Mü Fälle, siehe F4 Kasuistik.
6. Jones RGA, Corteling RL, Bhogal G, Landon J: A novel Fab-based antivenom for the treatment of mass bee attacks. Am. J. Trop. Med. Hyg. 61(3), 361–366, 1999.