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Steinfisch

Der Steinfisch (Synanceia) gilt als einer der giftigsten Fische der Welt. Sein Gift kann schwere Schmerzen und lebensbedrohliche Symptome verursachen. (siehe auch: Skorpionfische)

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.

Steinfisch (Synanceia verrucosa) perfekt getarnt am Meeresboden
Der Steinfisch ist meisterhaft als Stein oder Koralle getarnt.

Toxizität

Toxin & Wirkmechanismus

Pro Stich ca. 6 mg Toxin, pro Fisch ca. 50-88 mg Toxin (4). Hitzelabile und antigene Toxin-Proteine (Mol.Gew. 158000).

Wirkung: Myotoxisch, neurotoxisch, gefäßpermeabilitätssteigernd (cytolytisch, hämolytisch), kardiotoxisch; aber ohne Effekt auf Blutgerinnung (4).

Toxin ist mind. 24-48h nach Tod des Fisches wirksam (3).

Symptome

Lokal: Sofortiger stärkster Schmerz, innerhalb 1-1,5h zum Maximum zunehmend und evtl. für Tage auf hohem Niveau anhaltend (Schmerz stärker als Nierenkolik). Wunde anfangs ischämisch mit umgebender Cyanose; Berührung unerträglich; schnelles massives Anschwellen der Extremität, auch für Wochen anhaltend; unbehandelt Nekrosen (2).

Systemisch:

Medizinische Behandlung

Lokal: Wundsäuberung; evtl. chirurgische Wundrevision (abgebrochener Stachel meist tief in der Wunde); regelmäßige Wundinspektion. Nie abbinden, keine Kompressionsimmobilisation (4).

Schmerztherapie:

Impfung: Tetanusschutz beachten

Antidot: Stone-Fish-Antivenom 1 Amp. = 2 ml = 2000 Unit; Applikation i.v. oder i.m. (6)

Vorkommen & Verbreitung

Schlecht bis nicht sichtbar im Schlamm und Stein eingegraben oder zwischen Steinen und Korallen (1).

Synonyme & Bezeichnungen

Stonefish; Devilfish; Warty-Goul; Synanceia horrida; Synaceia trachnys; Teufelsfisch; Synaceia verrucosa; Choridactylus; Erosa; Inimicus; Leptosynaceia; Minosus; Dampierosa daruma; Erosa erosa; Pseudosynanceja melanostigma; Trachicephalus uranoscopus; Dampierosa daruma; Erosa erosa; Leptosynaceia asteropleba; Trachiecephalus uranoscopus;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT

Fische aktiv giftig; Meerestiere giftige; Tiere giftige

Literatur & Quellen

1. Junghans Th.; Bodio M: Notfall-Handbuch der Gifttiere

Georg Thiemeverlag Stuttgart 1996

2. Habermehl G.: Gift-Tiere und ihre Waffen

Springer Verlag 1994

3. Anthony T Marine toxins and venoms

Marcel Decker 1988

4. Meier J.; White J.: Handbook of clinical toxicology of

animal venoms and poisons

CRC Press 1995

5. Mebs D. Gifttiere

Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft Stuttgart 1992

6. CSL Ltd. 45 Polar Road Parkville 3052 Victoria Australia

Stonefish Antivenom Beipackprspekt April 1994