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Naja sp. afrikanisch neurotoxisch

--Auffälligstes Merkmal der Kobras ist das Abspreizen der   Halsrippen bei aufgerichtetem Oberkörper, das jedoch nur   als Warnverhalten gegenüber Feinden eingesetzt wird.

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.

Afrikanische Kobra (Naja species) in Drohstellung mit aufgestellter Haube
Die charakteristische Haube zeigt die Kobra in Verteidigungsstellung.

Beschreibung & Merkmale

Halsrippen bei aufgerichtetem Oberkörper, das jedoch nur

als Warnverhalten gegenüber Feinden eingesetzt wird.

Hierbei geben die Kobras Zischlaute von sich. Einem Biß

muß nicht zwangsläufig diese Drohgebärde vorausgehen; bei

Bissen wird in der Regel nicht sofort wieder losgelassen,

sondern einige Sekunden unter Kaubewegungen Gift

einmassiert.

mehr (N. haje bis über 3 Meter).

abgesetzt.

gelblich bis beige, N. nigricollis einheitlich schwarz

oder zusätzlich rot gesprenkelt. Nackenzeichnungen wie

bei den asiatischen Kobras fehlen.

Vorkommen & Verbreitung

Naja haje (Uräusschlange):

Regenwaldgürtels, im Osten bis nördliches Tansania

(inklus. Sansibar).

nördliches Namibia und Botswana, nordwestl. Zimbabwe

und westliches Sambia.

und Malawi, östliches Botwana, südwärts bis Natal.

südlicher Oman.

Black-and-white-lipped cobra): in fast allen Staaten

des zentralen und südlichen Afrikas (außer Namibia und

Botswana).

Zentral-und Südnamibia, Zentral-und Südbotswana, im

Zentrum und im Westen der Republik Südafrika.

Höhen bis zu 2500 m ü. M. (1,3).

Toxikologie

bei Bissen dieser afrikan. Naja sp. stehen neurotox. Symptome mit Lähmungen im Vordergrund die sowohl sehr früh (15 Min. nach Biß) als auch nach über 10h langer Latenz auftreten können(4)

davon zu unterscheiden sind die Arten mit gewebetox. Gift siehe Naja sp. afrikanisch gewebetoxisch

Symptome

Schmerz und Üdem (2), evtl. Blasen, Lymphknotenschwellung

Rückbildung der Lokalsymptome meist ohne Nekrose(4)

z.B. N.nivea Atemlähmung nach 2-12h (Dauer bis zu 7d)(4)

Lähmungen mit Ptosis, Ophthalmoplegie, Schluck- und

Sprachstörung, Atemlähmung bis komplette Paralyse(1,2,4)

Antiserumgabe schneller (4)

Medizinische Behandlung

Kompressions-Immobilisations-Methode bis Antiserum

verfügbar ist (4), um die Giftresorption und Lähmung zu

verzögern wenn keine Intubation möglich ist

research (Tox-Mü vorhanden):

war bei N.nivea wirksam (I 1130081/96) siehe N.nivea

gegen Naja haie + Naja nigricollis (5)

N. melanoleuca; N. nigricollis (6)

N. nigricollis (6) bei Fab-fragment-Antiserum wenig

allerigische Gefahren, keine Berichte über Wirksamkeit

Synonyme & Bezeichnungen

Naja haje; Naja haje haje; Naja haje anchietae; Naja haje annulifera; Naja haje arabica; Naja melanoleuca; Naja nivea; Uräusschlange; Egyptian cobra; Anchieta's cobra; schwarzweiße Kobra; Kobra schwarzweiße; Forest cobra; Black-and-white-lipped cobra; Kap-Kobra; Cape cobra; Yellow cobra;

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT

Schlangen giftige; Elapidae; Kobras; Tiere giftige

Literatur & Quellen

(1) Junghanss, Th., Bodio, M.: Notfall-Handbuch Gifttiere,

Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York, 1996.

(2) Mebs, D.: Gifttiere, Wissenschaftliche

Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart.

(3) Coborn, J.: Schlangen-Atlas, bede Verlag, 1995.

4. Meier J.; White J. Handbook of Clinical Toxicology of

animal venoms and poisons;  CRC Press 1994

5. Pasteur Merieux Lyon: Beipackprospekt

Antirept pasteur polyvalent purified antisnake venom serum

middle east and north africa

6. Pasteur merieux Lyon Fax Mai 2001

Siehe auch: Antivenoms & Gegengifte | Alle Giftschlangen