Giftschirmlinge (Lepiota spp. giftige)
Bei den amatoxinhaltigen Giftschirmlingen handelt es sich um kleine Arten mit einem Hutdurchmesser von ca. (siehe auch: Grünen Knollenblätterpilz)
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.
Beschreibung & Merkmale
Bei den amatoxinhaltigen Giftschirmlingen handelt es sich um kleine Arten mit einem Hutdurchmesser von ca. 2-4(6) cm. Die Hüte sind auf hellem Grund mit braunen, rötlichbraunen, mehr oder weniger stark ausgeprägten Schüppchen besetzt. Oft weisen die Hüte oder auch der Stiel lila, rosa, weinbraune oder rötliche Farben auf. Der meist schlanke Stiel besitzt
- oft nur bei jungen Exemplaren gut erkennbar - einen Ring bzw. eine Ringzone, unterhalb derer ist der Stiel oft schuppig.
Gewächshaus-Giftschirmling (Lepiota citrophylla): fällt im Aussehen etwas aus der Reihe: der Stiel und die Lamellen sind schwefelgelb. Der ebenfalls gelbe Hutgrund ist dichtbesetzt mit braunen Schuppen. Der Stiel hat eine braune, faserschuppige Ringzone und ist bis zur Basis hin braun schuppig besetzt.
Mittelgrosse Schirmlinge (Gattung Lepiota, Sektion Amyloideae und Echinatae) haben einen Hutdurchmesser bis zu 15 cm. Derzeit sind keine amatoxinhaltigen Arten bekannt, jedoch werden sie zumindest als ungeniessbar bzw. als mit unbekannten Wert eingestuft. Einige Arten sollen bereits Gesundheitsschäden verursacht haben (2).
Vorkommen & Verbreitung
Die amatoxinhaltigen Schirmlinge sind in der BRD selten, da sie in der Regel wärmebegünstigte Regionen wie Südeuropa vorziehen. Sie sind je nach Art in Laub- und Nadelwäldern, an grasigen Stellen, in Parks oder auch in Gärten zu finden.
Eine Ausnahme ist der Gewächshaus-Giftschirmling (Lepiota citrophylla), der wie der Name schon verrät, in Pflanzungen von Treibhäusern wächst.
Giftigkeit & Gefahren
Gewächshaus-Giftschirmling (Lepiota citrophylla): enthält Amatoxin und ist möglicherweise tödlich giftig
Spitzschuppiger Schirmling (Lepiota aspera): Verursacht ernsthafte Gesundheistschäden (2)
Lepiota perplexa: verursacht eventuell Gesundheitsschäden
Erste Hilfe
Jeder Fall mit Verdacht auf Verzehr von amatoxinhaltigen Pilzen sollte schnellstmöglich in ärztliche Therapie und nach dort eingeleitetem Erbrechen immer in einer Klinik weiter behandelt werden.
Ärztliche Therapie
siehe Amatoxinsyndrom
Verwechslungsgefahr
Innerhalb der Gattung Schirmlinge (Lepiota) gibt es eine Reihe von relativ kleinen (Hutdurchmesser 1-5 cm) Arten, die sich sehr ähnlich sehen und selbst von Pilzkennern oft nur mikroskopisch genau identifiziert werden können.
Besonders giftverdächtig sind Arten mit rötlichen, lila oder fleischrosa Farben.
Da die amatoxinhaltigen Schirmlinge sehr klein sind, kommt es eigentlich nicht zu Verwechslungen mit den für gewöhnlich gesammelten Speisepilzen.
Synonyme & Bezeichnungen
Fleischrötlicher Giftschirmling; Fleischbräunlicher Giftschirmling; Lepiota brunneo-incarnata; Lepiota brunneoincarnata; Lepiota xanthophylla; Gelbblättriger Giftschirmling; Fleischrosa Schirmling; Lepiota helveola; Gewächshaus-Giftschirmling; Lepiota citrophylla; Lepiota brunneolilacea; Lepiota clypeolarioides; Lepiota heimii; Lepiota pseudohelveola; Lepiota josserandii; Lepiota subincarnata; Rotbrauner Schirmling; Kastanienbrauner Schirmling; Lepiota castanea; Lepiota rufescens; Lepiota josserandi; Lepiota fulvella;
GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Schirmlinge giftige; Lepiota giftige; Amatoxinsyndrom; Giftschirmlinge; Lepiota spp; Lepiota amatoxinhaltige;
Literatur & Quellen
1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985
2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991
3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987
4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983
5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999
6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968
7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978
8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994
9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil II). Leber Magen Darm 3/87 173-197
10. Zilker Th: Intoxications par les champignons
aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999