Gifttrichterlinge
Die Gifttrichterlinge verursachen das schnell einsetzende Pilz-Muskarinsyndrom.
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.
Vorkommen & Verbreitung
Sommer bis Spätherbst in Laub- und Nadelwäldern, auf Laub oder Nadelstreu, am Wegesrand, in Gärten, auf Heiden. Sie wachsen meist gesellig zu mehreren.
Giftigkeit & Gefahren
Die Gifttrichterlinge verursachen das schnell einsetzende
Pilz-Muskarinsyndrom
Symptome
Innerhalb von 15 Minuten bis 0,5 bis 2 Stunden nach Pilzgenuß treten plötzlich heftige Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen, Speichelfluß, Durchfall, Schweißausbruch, evtl. zusätzlich Sehstörungen und Herz- und Blutdruckprobleme auf.
Ausführliche Beschreibung siehe Pilz-Muskarinsyndrom
LATENZZEITEN: 0,5 bis 2 Stunden
Erste Hilfe
Besteht Verdacht auf Einnahme eines Gifttrichterlings kann die Einnahme von medizinischer Kohle 0,5-1g /kg KG die Giftaufnahme verzögern.
Wegen möglicher schwerer Krankheitszeichen muß jeder Patient mit entsprechendem Vergiftungsverdacht ärztlich untersucht werden und sollte für mindesten 4 Stunden beobachtet werden;
ÄRZTLICHE THERAPIE
siehe Pilz-Muskarinsyndrom
VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
Innerhalb der Gattung Trichterlinge (Clitocybe spp.) gibt es eine Reihe von kleinen, weisslichen Trichterlingen, die sich sehr ähnlich sehen und Muskarin enthalten siehe
Pilz-Muskarinsyndrom. Sie sind selbst für Pilzkenner oft nur mikroskopisch voneinander zu unterscheiden. Ungeübte Pilzsammler sollten keinesfalls Trichterlinge zu Speisezwecken sammeln und auch bei anderen weissen Wiesenpilzen vorsichtig sein!
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Mehlräsling (Clitopilus prunulus) ist der klassische Doppelgänger. Er sieht den weissen Gifttrichterlingen vom Hut her ähnlich, unterscheidet sich aber gut durch seine herablaufenden, anfangs weissen, dann fleischrosa werdenden Lamellen und einem intensiven Mehlgeruch. Ausserdem lassen sich die Lamellen im Vergleich zu den Trichterlingen, deren Lamellen elastisch sind, leicht durch Kratzen vom Hut ablösen oder zerdrücken.
Andere essbare weiße Wiesenpilze:
Als weisse Wiesenpilze könnten evtl Champignon-Arten z. B. der Wiesen-Champignon (Agaricus campestris) verwechselt werden. Diese haben aber schon jung rosa, alt schockoladenfarbene Lamellen und einen halbkugeligen bis flachen, niemals trichterförmigen Hut.
Desweiteren könnten weisse Arten der Schnecklinge (Hygrophorus spp) und der Ellerlinge (Camarophyllus spp), sowie der Weisse Rasling (Lyophyllum connatum) verwechselt werden.
Synonyme & Bezeichnungen
Weiße Gifttrichterlinge; Clitocybe giftige Arten; giftige Clitocybearten; Gifttrichterlinge; Dufttrichterling; Clitocybe suaveolens; Clitocybe fragrans; Wohlriechender Trichterling; Clitocybe obsoleta; Grünerlen-Trichterling Clitocybe alnetorum; Wachsstieliger Trichterling; Clitocybe candicans; Clitocybe cerussata; Feld-Trichterling; Clitocybe dealbata; Clitocybe diatreta; Dryas-Trichterling; Clitocybe dryadicola; Clitocybe ericetorum; Clitocybe festiva; Schlankstieliger Trichterling; Clitocybe gracilipes; Ranziger Trichterling; Clitocybe phaeophthalma; Clitocybe marginella; Clitocybe nuoljae; Dünnstieliger Trichterling; Clitocybe ornamentalis; Laubfreund-Trichterling; Clitocybe phyllophila; Clitocybe pithyophila; Ranziger Trichterling; Bitterlicher Trichterling; Clitocybe phaeophthalma; Rinnigbereifter Trichterling; Clitocybe rivulosa; Clitocybe serotina; weisse Gifttrichterlinge;
GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze Giftige; Pilze; Trichterlinge; Clitocybe spp; Muscarin-Syndrom; (siehe auch: Vergiftungssyndrome)
Literatur & Quellen
1. Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985
2. Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991
3. Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4; BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987
4. Flammer R; Horak E: Giftpilze. Pilzgifte. Erkennung und Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franksche Verlagshandlung, w. Keller + Co Stuttgart 1983
5. Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999
6. Michael E; Henning B: Handbuch der Pilzfreunde. Quelle und Meyer, Heidelberg 1968
7. Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1978
8. Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994
9. Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112
10. Zilker Th: Intoxications par les champignons
aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999