Karbolegerling (Agaricus xanthoderma)
Hut: Durchmesser 8-14 cm, jung halbkugelig, dann glockig bis flach, weiss, in der Mitte evtl.
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.
Beschreibung & Merkmale
Hut: Durchmesser 8-14 cm, jung halbkugelig, dann glockig bis flach, weiss, in der Mitte evtl. bräunlich, auf Druck stark gilbend, Oberfläche glatt
Lamellen: jung hellrosa, zuletzt schockoladenbraun, nicht am Stiel angewachsen, Sporenpulver dunkelbraun
Stiel: 8-12 cm lang, weiss, schlank, die Basis ist knollig oder sogar abgesetzt, gerandet-knollig (Vergleich Amanita),
der Ring ist ausgeprägt und unterseits schuppig
Fleisch: weiss, im Schnitt chromgelb verfärbend, vor allem in der Stielbasis. Widerlicher Geruch nach Karbol, der spätestens beim Kochen auffällt !
TYPISCHE MERKMALE: Lamellenpilz mit Ring, jung rosa, alt braunen Lamellen, weissem Hut, der Stiel hat eine deutliche Knolle. Der gesamte Pilz gilbt bei Berührung, bzw. im Schnitt, vor allem in der Stielbasis. Starker Karbol-(Tinten) Geruch !
Vorkommen & Verbreitung
Juli bis Oktober, oft in Massen in Parkanlagen, Gärten, Gebüschen, Wegränder
Giftigkeit & Gefahren
der Karbolegerling (A. xanthoderma) verursacht eine Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung
außereuropäische giftige Egerlinge: Agaricus californicus; Agaricus hondensis;
Symptome
Nach meist 2-4 Stunden sehr selten erst nach 6 Stunden Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe; die Symptome halten für Stunden an. Selten wurde auch zusätzlich von Schwindel, Kribbelparästhesien um den Mund und Gesichtsrötungen berichtet.
LATENZZEITEN: 2-4(-6) Stunden
Erste Hilfe
Bei frühzeitigem Verdacht medizinische Kohle 20-40g (bei Kindern 1g / kg KG); in jedem Fall muß der Erkrankte vom einem Arzt untersucht werden; durch Rücksprache mit einer Giftnotrufzentrale (GIFTNOTRUF MÜNCHEN 089 / 19240) sollte die Nötigkeit weiterer Diagnostik und die Notwendigkeit zur Einweisung in eine Klinik besprochen werden.
ÄRZTLICHE THERAPIE
Siehe Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung
VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
TÖDLICH GIFTIGE DOPPELGÄNGER:
Weisser Knollenblätterpilz (Amanita verna)
Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
Die Knollenblätterpilze haben immer weisse Lamellen und eine von weissen, häutigen Hüllresten umgebene, deutliche Knolle!
ESSBARE DOPPELGÄNGER:
Grosser Scheidling (Volvariella speciosa) hat einen grauweisslichen Hut, schmutzigrosa Lamellen, einen ringlosen Stiel mit keuliger Basis, die von lappigen Hüllresten umgeben ist.
Rosablättriger Egerlingsschirmling (Leucoagaricus pudicus) wächst am selben Standort und sieht ihm auch ähnlich. Er unterscheidet sich aber durch seine lang weisslich bleibenden, bei Sporenreife nur rosa werdenden Lamellen, auf Druck fleckt er ockerfarben und nie chromgelb, ausserdem riecht er nicht nach Karbol.
Die meisten Vergiftungen basieren auf Verwechslungen mit weisshütigen Champignonarten, die an denselben Standorten vorkommen können. Diese haben aber niemals einen Karbolgeruch und färben sich meist nicht so intensiv gelb oder gilben gar nicht !
Weisser Anis-Champignon (Agaricus arvensis)
Wiesen-Champignon (Agaricus campestris)
Stadt-Champignon (Agaricus bitorquis)
Synonyme & Bezeichnungen
Karbolegerling; Agaricus xanthoderma; Agaricus californicus; Agaricus hondensis; Karbolchampignon; Giftegerling; Giftchampignon; Tinten-Egerling; Weisser Giftchampignon; Agaricus xanthoderma; Agaricus xanthodermus;
GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze; Pilze giftige; Champignons; Egerlinge; Giftchampignons; Agaricus spp; gastrointestinales Pilzsyndrom; Pilzvergiftung kurze Latenz;
Literatur & Quellen
Bresinsky A; Besl H: Giftpilze Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftlicher Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985
Cetto B: Enzyklopädie der Pilze Band 1-4;
BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich 1987
Flammer R; Horak E: Giftpilze - Pilzgifte. Erkennung und
Behandlung von Pilzvergiftungen. Sporenschlüssel. Franckh$sche Verlagshandlung, w. Keller & Co.,
Stuttgart 1983
Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999
Moser M: Kleine Kryptogamenflora; Die Röhrlinge und Blätterpilze. Gustav Fischer Verlag; Stuttgart, New York 1983
Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994
Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I). Leber Magen Darm 2/87 97-112
Zilker Th: Intoxications par les champignons
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