Psilocybin-Syndrom
Vergiftungen mit halluzinatorisch wirkenden psilocybinhaltigen Pilzen spielen in Europa und der BRD keine Rolle bei Verwechslungen durch Pilzsucher; man sollte aber in Ausnahmefällen daran denken, daß auch solche Pilze aus Versehen gegessen wor
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.
Giftigkeit & Gefahren
Vergiftungen mit halluzinatorisch wirkenden psilocybinhaltigen Pilzen spielen in Europa und der BRD keine Rolle bei Verwechslungen durch Pilzsucher; man sollte aber in Ausnahmefällen daran denken, daß auch solche Pilze aus Versehen gegessen worden sein könnten.
Dieses Pilzsyndrom wird nahezu ausschließlich nach wissentlichem Drogenabusus gesehen; Bezug der Pilze über den Drogen-Schwarzmarkt, wegen der besonderen Schwierigkeiten gerade diese Pilze zu bestimmen.
Symptome
Halluzinationen erscheinen schon 20 Min. nach Pilzaufnahme, nehmen üblicherweise die nächsten 20 Minuten an Intensität zu und halten bis zu 5 bis 6 Stunden an. Ähnlich einem LSD-Trip variieren die Art und Heftigkeit der Erscheinungen mit der Giftdosis, früheren Drogenerlebnissen und dem momentanen Befinden, wobei angenehme Vorstellungen und Umgebung eher schöne Bilder hervorrufen und unangenehme Situationen oder nicht bewußte Einnahme einen Horrortrip erzeugen können.
Zu Beginn können Übelkeit und Magenprobleme auftreten. Die psychische Symptomatik kann sich äußern in verändertem Körperempfinden, in verändertem Raum- und Zeitgefühl und veränderten Sinneswahrnehmungen, die als Halluzinationen empfunden werden. Bei großer Pilz-Dosis, nicht bewußter Giftaufnahme oder problematischem Umfeld werden häufig negative Vorstellungen hervorgerufen mit Angst, Depression, Verwirrtheit, und der Unfähigkeit zwischen Illusion und Realität zu unterscheiden. Zusätzlich findet man oft als Zeichen der Stimulierung des vegetativen Nervensystems weite Pupillen, schnellen Herzschlag, hohen Blutdruck und selten erhöhten Blutzucker und erhöhte Körpertemperatur.
Bei psychischer Vorbelastung kann eine wahnhafte Psychose ausgelöst werden; weiterhin sind Angstattacken und Flash-backs (Drogenrausch ohne neuerliche Gifteinnahme) berichtet.
LATENZZEITEN: (15-)30-60 Minuten; selten bis zu 3 Stunden verzögert
Synonyme & Bezeichnungen
Magic mushrooms; narrische Schwammerl;
Panaeolus ater; Heudüngerling; Panaeolina fönisecii; Panaeolus fönisecii; behangener Düngerling; Düngerling behangener; behangener Glockendüngerling; Glockendüngerling behangener; Panaeolus sphinctrinus; Düngerling dunkelrandiger; dunkelrandiger Düngerling; Panaeolus subbalteatus; Panaeolus cinctulus; Panaeolus campanulatus; Panaeolus retirugis; Panaeolus papilionaceus; runzeliger Düngerling; Düngerling runzeliger; Panaeolus retirugis;
Gymnopilus spectabilis; Panaeolus cyanaescens; Copelandia cyanaescens;
Pholotina cyanopus; Conocybe cyanopus;
KAHLKÜPFE; Psilocybe cubensis; Psilocybe baeocystis; Psilocybe spp.; Psilocybe cyanescens; Psilocybe callosa; Psilocybe campanolatus; Psilocybe caerulescens; Psilocybe fimetaria; Psilocybe liniformans; Psilocybe mexicana; Psilocybe pelliculosa; Psilocybe serbica; spitzkegeliger Kahlkopf; Kahlkopf spitzkegeliger; Psilocybe semilanceata; Psilocybe silvatica; trockener Kahlkopf; Psilocybe montana; Kotkahlkopf; Psilocybe subcoprophila; Psilocybe pysaloides; Psilocybe atrorufa; Deconica physaloides; Psilocybe rhombispora; Psilocybe modestus; Psilocybe phyllogena;
Inocybe aeruginosa; Inocybe haemacta; Inocybe corydalina; Inocybe coelestium; Inocybe tricolor;
Krönchenträuschling; Stropharia coronilla; Stropharia cubensis
GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT
Pilze giftige; Pilze; Pilzvergiftung kurze Latenz; Pilzvergiftungssyndrome
Literatur & Quellen
Bresinsky: Giftpilze Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft Stuttgart 1985
Breitenbach J: Pilze der Schweiz. Verlag Mykologigia Luzern 1991
Garnweidner E: GU Naturführer Pilze Die wichtigen Pilze Mitteleuropas erkennen und bestimmen. Gräfe und Uncer 13. Auflage 1999
Gurevich LS: Possible uses of psilocybin and muscarin alkaloids in the chemotaxonomy of Inocybe Mikologyia i Fitopatologica 24,2: 97-105; 1990
Hohmeyer H: Inocybe aeruginascens Babos found in Berlin Zeitschrift für Mykologie 50,2: 211-214; 1984
Spoerke DG; Rumak BH: Handbook of mushroompoisoning. CRC Press 1994
Stijve T: Occurence of psilocybin in various higher fungi from several European countries Planta medica No 5 385-387; 1985
Zilker Th: Diagnose und Therapie der Pilzvergiftungen (Teil I), Leber Magen Darm. 3, 97-112; 1987
Zilker Th: Intoxications par les champignons
aus Jaeger, Vale JA Intoxications aigues. Elsevier Paris 1999
Siehe auch: Alle Giftpilze | Vergiftungssyndrome