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Phoneutria sp

Nur vom Fachmann zu bestimmen! Phoneutria sp.

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie umgehend den Giftnotruf.

Brasilianische Wanderspinne (Phoneutria nigriventer) in Drohstellung
Die Wanderspinne hebt bei Gefahr die Vorderbeine drohend an.

Beschreibung & Merkmale

Nur vom Fachmann zu bestimmen!

Phoneutria sp. können bis zu 5cm Körperlänge bei einer Beinspannweite von bis zu 15 cm erreichen. Die Spinnen sind kurz behaart und von gelbbrauner bis graubrauner Färbung, manchmal fast schwärzlich. Oft sind einzelne Abschnitte der Beine anders gefärbt, vor allem auf der Unterseite. Überhaupt ist die Unterseite bei vielen Arten recht kontrastreich, bei Phoneutria nigriventer z.B. schwarz, mit weißen Ringen an den Beinen. (siehe auch: Latrodectus (Schwarze Witwe))

Bewegen sich sehr schnell fort und gelten als aggressiv.

schräg nach oben gestreckt, Giftklauen gespreizt,

wiegende Bewegung; greift auch im Sprung an (2).

morgens an dunklen Stellen (Schuhe, Kleider)

Vorkommen & Verbreitung

Tropisches und subtropisches Südamerika (1), aber durch Bananentransporte oft in andere Erdteile verschleppt.

Toxikologie

gefährlich (2).

Amerikas(2).

Bananentransporten auch in BRD eingeschleppt sog.

BANANENSPINNEN (2)

Toxin & Wirkmechanismus

LD50 in Maus: 0,34 µg/g KG. Mensch hat gegenüber Maus 4-5 mal höhere Empfindlichkeit für das Gift dieser Spinne.

Vegetatives NS (2); Freisetzung von Acetylcholin und

Noradrenalin (1); stimuliert zuerst Freisetzung von

Acetylcholin, hemmt an Muskelendplatte dann ACh-Rückdif-

fusion (2,4).

Muskel-/Nervenzellen (3)

(Lysin, Glutaminsäure, Aspartat (3)), Hyaluronidase,

Insektentoxine, Nukleoside, Nukleotide, Protease,

Phosphat, Phosphorsäure, Phosphatase, Pentosen (2).

Symptome

Erste Symptome bereits 10-20 min nach Biß; Atemlähmung noch nach 2-5h (6) bis 12-17 h möglich (2); Erwachsene erholen sich meist nach 1-2 Tagen (6)

Schmerzen (2, 3), Üdem, Hyperämie, Schwitzen (1,3)

regung, Hyperreflexie, Krämpfe, Opisthotonus, Koordina-

tionsstörungen, generalisierte Schmerzen, Lähmungen

(erst Kämpfe/Fibrillieren, dann schlaffe Lähmung), Som-

nolenz, Atemlähmung noch nach 12-17 h möglich (2), aber

auch schon nach 2-5 h (6)

Brust (2, 3), arterielle Hypertension (1)

Niesreiz, Untertemperatur oder Fieber, Schüttelfrost,

Schwindel, Blässe (2).

Medizinische Behandlung

evtl. lokale Lidocain-Infiltration empfohlen (1),

Butantan, Sao Paulo, Brasilien (1)

chen, Hypertonie, Bradykardie, Arrhythmie (3)

Antivenin auch 12 h nach Biß noch wirksam (2);

Synonyme & Bezeichnungen

Wanderspinne; Phoneutria boliviensis; Phoneutria colombiana; Phoneutria fera; Phoneutria keyserlingi; Ph oneutria nigriventer; Brasilianische Wanderspinne; Wanderspinne Brasilianische; Phoneutria reidyi; Kammspinne aus Südamerika; Wandering Spider; Aranha armadeira; armadeira

GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT

Spinnen giftige; Spinnen giftige Südamerika; Bananenspinnen; Tiere giftige

Literatur & Quellen

(1) Junghanss, Th., Bodio, M.: Notfall-Handbuch-Gifttiere, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1996.

(2) Schmidt, G.: Giftige und gefährliche Spinnentiere, die neue Brehm-Bücherei 608, Westarp Wissenschaften, Magdeburg, 1993.

(3) Meier, J., White, J., Handbook of clinical Toxicology of Animal Venoms and Poisons, CRC Press, Florida, USA, 1995.

(4) Kunze, M., gefährliche Spinnen - eine aktuelle Zusammenfassung, Arachnologisches Magazin, Nr. 9, Sept. 1996, Nürnberg.

(5) Schmidt, G., Wie gefährlich sind Spinnenbißvergiftungen wirklich?, Natur und Museum, 117 (7), Frankfurt a. M., 1987.

(6) Habermehl, G., Gift-Tiere und ihre Waffen, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 1994